Der BMI – Was ist das, und warum taugt er nicht für jeden?
18. Dezember 2008 von Heibel
BMI, das ist zum einen in Zeiten der Terrorgefahr die mittlerweile geläufige Abkürzung für das Bundesministerium des Inneren. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich aber noch etwas anderes: der so genannte „Body-Mass-Index“, vermeintlich die mathematische Formel schlechthin zur eigenen Gewichtskontrolle. Doch wie errechnet man seinen eigenen BMI, und wie hat man das Ergebnis dieser Rechnung dann einzuordnen?
Der BMI: Klingt neuer als er ist
Die griffige englische Abkürzung „BMI“ kommt so leicht und zugleich kraftvoll daher, dass man glauben könnte, irgendein amerikanischer Fitness-Guru der Achtziger oder Neunziger hätte sich diese Formel ausgedacht. Weit gefehlt!
Der BMI wurde bereits im 19. Jahrhundert vom belgischen Mathematiker Adolphe Quételet entwickelt. Populär wurde er auch nicht zuerst im Fitnessbereich, sondern im US-amerikanischen Versicherungswesen: Anhand des BMI wurden die Prämienklassen für Lebensversicherungen festgelegt. Wer einen hohen BMI hatte, musste also höhere Beiträge zahlen.
Berechnung des BMI
Der Body-Mass-Index wird nach folgender Formel berechnet:
Körpergewicht in Kilogramm : (Körpergröße in Meter x Körpergröße in Meter) = BMI.
Zum besseren Verständnis ein Rechenbeispiel: Eine beliebige Person XY wiegt 75 Kilogramm bei 1,80 m Körpergröße. Die Rechnung lautet also 75 : (1,8 x 1,8) bzw. 75: 3,24 = 23,148. Doch was tun mit diesem Ergebnis?
Einordnung der Ergebnisse
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat als Richtwert festgelegt, dass Menschen mit einem BMI zwischen 19 und 25 normalgewichtig sind. Dementsprechend gelten Menschen mit einem BMI von unter 19 als untergewichtig, von über 25 als übergewichtig, und von über 30 als behandlungsbedürftig.
Schwächen des BMI
Allerdings schert diese Klassifikation alle Menschen über einen Kamm und lässt der Individualität keinen Raum. Insofern sollte man nicht gleich verzweifeln, wenn der eigenen BMI weit über dem Wunschergebnis liegt, denn der Index hat auch Schwächen:
a) Nichtberücksichtigung des Geschlechts: Frauen wiegen in der Regel bei vergleichbarer Körpergröße weniger als Männer. Das liegt daran, dass Männer einen höheren Anteil von Muskelmasse an der Gesamtkörpermasse haben als Frauen. Daher haben Frauen auch üblicherweise einen niedrigeren BMI, obwohl für sie die gleiche Formel gilt wie für die Männer.
b) Nichtberücksichtigung des Alters: Der Mensch nimmt auch bei ausgewogener Ernährung und gesunder Lebensweise im Alter mehr und mehr zu. Insofern kann beispielsweise ein 50-jähriger Mann mit einem BMI von 27 noch als normalgewichtig anzusehen sein. Für Kinder ist der BMI noch viel weniger brauchbar.
c) Muskeln sind schwerer als Fett: Nicht selten haben etwa Profi-Sportler einen BMI im Bereich von 25 (Fußballer, Handballer etc.), je nach Sportart sogar noch weit darüber (Schwergewichtsboxen, American Football) bzw. darunter (Langstreckenlauf, Skispringen). Diese Menschen fallen quasi aus der BMI-Wertung heraus, und auch sportlich aktive Normalbürger sollten sich von einem scheinbar zu hohen BMI nicht aus der Ruhe bringen lassen. Maßgeblich für ein Übergewicht ist nämlich der Anteil des Fettgewebes, und über den kann der BMI keine Aussage treffen.
d) Ergebnisverzerrung bei steigender Körpergröße: Eine weitere Schwäche des BMI liegt darin, dass kleinere Menschen leichter einen „guten“ Wert erreichen. Dies wird deutlich, wenn man sich auf eine ältere Faustformel beruft (Körpergröße in cm – 100 = Idealgewicht in kg) und diese „Idealproportionen“ auf den BMI bezieht: Eine Person mit 50 kg bei 1,50 m hat einen BMI von 22,2; wer bei 1,70 m 70 kg wiegt, hat aber schon einen BMI von 24,2; Jemand, der bei 1,90 m 90 kg auf die Waage bringt, wäre bei einem BMI von 24,93 sogar fast schon übergewichtig.
Bewertung des BMI
Aufgrund all der genannten individuellen Faktoren ist der BMI lediglich Richtwert anzusehen, dem man nicht zu viel „Gewicht“ beimessen sollte. Anders formuliert: Wer übergewichtig ist, braucht wahrscheinlich keinen BMI, um das zu wissen.






[...] Wert bezogen sich die Statistiker auf den Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht im Vergleich zur Körpergröße nimmt. Dieser Wert ist zwar [...]