Die Deutschen gehen am häufigsten zum Arzt
10. Februar 2010 von Riedel
Deutschland ist Spitzenreiter – nicht nur was Export oder Pünktlichkeit betrifft, sondern auch was Arztbesuche angeht. Dabei führt die Bundesrepublik mit Abstand im Internationalen Vergleich. Das heißt aber nicht, dass die medizinische Versorgung deshalb besser ist.
Volle Wartezimmer
Über mangelnde Arbeit können sich die Ärzte in Deutschland wahrlich nicht beklagen. Die Wartezimmer sind voll und die medizinischen Fachkräfte häufig überlastet. Das könnte daran liegen, dass die Deutschen gerne und viel zum Arzt gehen. In keinem Land der Erde gehen die Menschen so häufig zum Doktor wie in der Bundesrepublik. Das Berichtet die Krankenkasse Barmer GEK in ihrem aktuellen Arztreport.
5 Tage vor Japan
2008 stieg die Zahl der Arztbesuche pro Versichertem von 17,7 auf 18,1. Dabei hatte die Krankenkasse die ambulanten Abrechnungsdaten von 1,7 Millionen Versicherten auf alle Bundesbürger hochgerechnet. Auf Platz 2 im Internationalen Vergleich folgt Japan mit nur 13,6 Arztbesuchen pro Einwohner im Jahr.
8 Minuten pro Patient
Bei so vielen Arztbesuchen ist es kein Wunder, wenn der Mediziner auf Express-Behandlung setzt. So dauerte ein durchschnittliches Arzt-Patient-Gespräch nur acht Minuten. Das macht im Schnitt so 45 Patienten pro Werktag oder aufs Jahr hochgerechnet 10.735 Patientenkontakte pro Arzt.
Nur dreimal zum Arzt
Im Vergleich sind das deutlich mehr Arztbesuche bei deutlich weniger Zeit pro Behandlung. So gehen Schweden nur dreimal im Jahr zum Doktor, in Belgien, Dänemark, Frankreich, Österreich und Polen sind es rund siebenmal. Die Zahlen sind aber laut Barmer GEK nur eingeschränkt vergleichbar.
Überwiesen oder wehleidig?
Ob nun aber der Deutsche gerne und viel zum Arzt rennt oder ob die häufigen Überweisungen von einem Facharzt zum nächsten zu dieser exorbitant hohen Zahl von Arztbesuchen führt, darüber machte die Krankenkasse keine Angabe.
Foto: Krümel auf pixelio.de





