Neue Studie besagt: Tonerstaub kann Krebs verursachen
30. Oktober 2008 von Heibel
Forderung nach Reduzierung der Grenzwerte
Wer im Büro arbeitet, kennt die unangenehmen Begleiterscheinungen eines Kopierers oder Druckers: Der charakteristische, beißende Geruch eines heiß gelaufenen Vervielfältigungsgeräts füllt gerade stickige Büroräume binnen kürzester Zeit. Leider ist die Luftqualität jedoch nicht das Hauptproblem. Viel schlimmer: Tonerstaub ist eine der möglichen Ursachen von Lungenerkrankungen.
Eine aktuelle Studie der Universität Rostock besagt, dass die in Tonerpatronen enthaltenen Kohlenstoffpartikel wahre Krankheitserreger sind. Vor allem bei Servicetechnikern werden immer wieder Lungenprobleme festgestellt. Die Bandbreite reicht von „einfachen“ Allergien, die sich z. B. im Verlust der Stimme äußern, bis hin zu Krebserkrankungen.
Erschreckende Erkenntnisse
Im Rahmen der Studie wurde die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, im Elektronenmikroskop untersucht. Hierbei wurden eindeutig Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen.
Eine Doktorandin, die an den Universitäten Rostock und Essen die Giftigkeit (Toxizität) u. a. von Tonerpulver an menschlichen Zellkulturen untersucht hat, beweist in ihrer Promotionsarbeit, dass Asbestfasern und verschiedene Arten von Kohlenstoffpartikeln gefährliche Sauerstoff- und Stickstoffradikale produzieren, die zelltoxisch sind und zum Zelltod führen können.
Aufgrund dieser Erkenntnisse regt sich vermehrt die Forderung nach einer Reduzierung der zulässigen Grenzwerte. So soll die Feinstaubbelastung im Büro auf ein ungefährliches Maß gesenkt werden.
Foto: balzer_matthia auf Pixelio.de





