Trockenes Klima ist Virenklima
26. Februar 2009 von Riedel
Wenn im Büro die absolute Luftfeuchtigkeit niedrig ist, breiten sich Grippeviren schneller aus. Denn Influenza-Erreger lieben trockene Luft. Darum steigt in Büros mit niedriger Luftfeuchtigkeit das Ansteckungsrisiko für Grippe. Entscheidend ist aber nicht die relative, sondern die absolute Luftfeuchtigkeit.
Wenn es draußen regnet oder schneit, steckt man sich schneller mit der Grippe an. Das könnte man meinen, es stimmt aber nicht. Denn Influenzaviren mögen vor allem eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit. Dort können sie sich besser vermehren. Das ist auch der Grund, warum Influenzaviren sich besonders in den Wintermonaten ausbreiten.
Kalte Luft ist Brutstätte für Viren
Dass sich Influenzaviren besonders gut in absolutem trockenem Klima ausbreiten, haben US-Wissenschaftler in einer Analyse herausgefunden, bei der sie die Überlebens- und Übertragungsrate der Erreger in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit untersucht haben. Darum sind trockene Büroräume eine ideale Brutstätte für die Grippeviren. Aber auch trockene Außenluft an kalten Wintertagen scheint den Influenzaviren zu behagen.
Absolut nicht relativ
In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Studien, in denen untersucht wurde, bei welcher Luftfeuchtigkeit sich Influenzaviren besonders schnell ausbreiten. Allerdings wurde bisher nur die relative und nicht die absolute Luftfeuchtigkeit betrachtet. Die relative Luftfeuchtigkeit ist den meisten wohl bekannt. Es ist die Prozentangabe, die besagt, wie viel von der maximalen Luftfeuchtigkeit erreicht ist. 100 Prozent bedeuten beispielsweise, dass die Luft bei der jeweiligen Temperatur das Maximum an Wasserdampf aufgenommen hat.
Absolut ist entscheidend
Demgegenüber steht die absolute Luftfeuchtigkeit. Die gibt an, wie viel Feuchtigkeit unabhängig vom Maximum in der Luft enthalten ist. Kalte Luft kann beispielsweise sehr viel weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme. Darum kann im Winter die absolute Luftfeuchtigkeit der Außenluft niedrig sein, auch wenn die relative Luftfeuchtigkeit hoch ist und sich vielleicht sogar Nebel bildet.
Die US-Forscher fanden jetzt heraus, dass für das Überleben und die Verbreitung der Influenzaviren eher die absolute und nicht die relative Luftfeuchtigkeit wichtig ist.
Lüften sorgt für trockene Luft
Diese Erkenntnis spielt nicht nur unter freiem Himmel eine wichtige Rolle. Gerade im Winter herrscht in vielen Büroräumen ein sehr trockene Luft, die die Verbreitung von Influenzaviren begünstigt. Die Luft trocknet zusätzlich aus, wenn die Räume oft gelüftet werden und man kalte Winterluft herein lässt. Im Sommer ist das weniger ein Problem, da die warme Sommerluft innen und außen deutlich feuchter ist als im Winter. In der höheren Luftfeuchtigkeit fühlen sich die Erreger offenbar weniger wohl.
Büroluft nicht austrocknen lassen
Wer sich vor einer Ansteckung mit Grippe schützen will, sollte auf eine hohe Luftfeuchtigkeit achten. Man lüftet besser nur kurz und lässt nicht stundenlang ein oder zwei Fenster gekippt. Beispielsweise sollte man einen Behälter mit Wasser auf die Heizung stellen. Das Wasser verdunstet und die Luftfeuchtigkeit erhöht sich. Auch Zimmerpflanzen geben etwas Feuchtigkeit ab. Besser wären aber Befeuchtungssysteme, die die Büroluft mit Feuchtigkeit anreichern. So kann man den Influenzaviren ein unfreundliches Klima schaffen.
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