Wer hat Angst vor Freitag dem 13.?
13. März 2009 von Riedel
Das Jahr 2009 wird das Horror-Jahr für alle abergläubischen Menschen. Denn gleich dreimal fällt der 13. auf einen Freitag. Im November haben wir den Pech-Tag schon überlebt. Heute steht Freitag der 13. erneut im Kalender. Der dritte Unglückstag folgt im November. Aber warum soll ein Freitag der 13. ein Unglückstag sein?
Schwarze Katzen, Salz verschütten, Spiegel zerbrechen – viele Dinge sollen Unglück bringen. Doch ganz schlimm wird es, wenn Freitag der 13. auf dem Kalender angezeigt wird. Dann glauben viele, das Pech magisch anzuziehen. Und wenn tatsächlich etwas passiert, ist der Schuldige schnell gefunden. Also bleiben viele abergläubische Menschen lieber im Bett, um dem Unglück aus dem Weg zu gehen.
Freitag der 13. hat eigenen Forschungszweig
Gleich dreimal steht 2009 der Unglückstag im Kalender. Häufiger kann das nicht passieren und es kommt auch nur alle elf Jahre vor, dass der 13. dreimal in einem Jahr auf einen Freitag fällt. Das Phänomen schüchtert viele Menschen so ein, dass sich sogar ein eigener Forschungszweig mit dem Thema Freitag der 13. beschäftigt: die Paraskavedekatriaphobie
12 ist Harmonie
Warum ein Freitag der 13. Unglück bringen soll, kann man nicht genau beantworten. Aber es gibt mehrere Vermutungen, die weit in die Vergangenheit zurück reichen. Zunächst soll 13 in christlicher Tradition eine Unglückszahl sein. Während die 12 für Harmonie und Ganzheitlichkeit steht, stört die 13. Es gibt 12 Apostel, 12 Monate im Jahr, 12 Tierkreiszeichen, 12 sind ein Dutzend – man kann viele Beispiele finden, warum 12 eine harmonische Zahl ist. Die 13 hingegen ist weniger rund. Beispielsweise saßen beim letzten Abendmahl von Jesus 13 Personen am Tisch; mit bekanntem Ergebnis. Darum nennt man die 13 auch „das Dutzend des Teufels“.
Aber nicht nur beim christlichen Glauben, auch im Volksmärchen hat die 13 einen schlechten Ruf. So verflucht die 13. Fee das Dornröschen und schläfert sie für 100 Jahre ein, nachdem die 12 Feen zuvor nur Gutes gewünscht hatten.
13 Frauen – 12 Männer
Es gibt weitere Erklärungen, die weder mit Religion noch mit Volksweisheiten zu tun haben. In der Frühzeit waren viele Kulturen Matriarchate, also von Frauen bestimmt. Der Zyklus einer Frau dauert rund 28 Tage. Eine Frau hat so 13 Blutungen im Jahr und darum wurden viele Sitten und Bräuche diesem Zyklus angepasst. Bei der Änderung vieler Kulturen auf eine männlich dominierte Gesellschaft wurde mit den alten Riten gebrochen und man orientierte sich an der Sonne, worauf auch die Zahl 12 in den Mittelpunkt rückte. So könnte die 13 damals schon als suspekt gegolten haben. Ein weiterer Grund könnte in anderen Kulturen liegen. Beispielsweise gilt die 13 bei den Juden als Glückszahl, was in der Zeit des 3. Reichs in Deutschland der Grund für eine entsprechende Propaganda gewesen sein könnte.
Die biblischen Freitage
Bei den Christen galt der Freitag ebenfalls als Unglückstag. Adam und Eva sollen an einem Freitag aus dem Paradies verbannt worden sein, Jesus gekreuzigt und Kain soll den Abel erschlagen haben. Doch dafür wird man wohl nie einen Beweis finden.
Vermutungen gibt es viele, Beweise keine. Statistiken haben gezeigt, dass an einem Freitag dem 13. nicht mehr Unfälle oder Schicksalsschläge passieren als an jedem anderen Tag.
Die Medien sind schuld
Vielmehr spielen die Medien bei der Entwicklung des Aberglaubens eine große Rolle. Im Jahr 1906 erschien das Buch Friday the 13th“ von Thomas William Lawson. Das Buch beschäftigt sich zwar mit der Börse, aber das Datum war geboren. Später entstanden kinofilme mit dem selben Titel, die das Datum in seinen heutigen negativen Zusammenhang brachten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Freitag bringt kein Unglück, nicht einmal wenn er auf einen 13. fällt. Problematisch wird es nur, wenn man fest daran glaubt. Man nimmt kleinere negative Erlebnisse schlimmer wahr, als sie sind. Abergläubische Autofahrer können dazu neigen, vor lauter Angst verkrampfter und unsicherer zu fahren. So verursacht man natürlich eher einen Unfall. Aber wer heute nicht aufs Datum schaut, hat auch keinen Grund, sich vor dem heutigen Datum zu fürchten.
Foto: knipseline auf pixelio.de






