Wer Kritzelt und malt, aktiviert das Gehirn
6. September 2010 von Riedel
Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Sie beim Telefonieren oder während eines Vortrags Blumen oder Männchen aufs Papier malen? Das ist nicht unbedingt ein Zeichen von Langeweile sondern bringt eher unser Gedächtnis in Schwung und steigert die Konzentration.
Wer einen Vortrag hält, fühlt sich oft nicht ganz ernst genommen, wenn die Zuhörer nebenher kleine Kunstwerke aufs Papier malen, statt aufmerksam zuzuhören. Doch das gedankenlose Kritzeln ist oft alles andere als ein Zeichen von mangelndem Interesse, fehlendem Respekt oder gar Langeweile. Denn durch das Zeichnen wird die Durchblutung im Gehirn angeregt. Besinders die Stellen werden besser durchblutet und so mit mehr Nährstoffen versorgt, die für die Aufnahme und das Verarbeiten von Informationen wichtig sind. So verbessert das Kritzeln die Aufmerksamkeit und die Konzentration.
Das ist das Ergebnis einer Studie an der Universität Plymouth (Großbritannien). Bei der Untersuchung wurde die Aufmerksamkeit und das Konzentrationsvermögen der Teilnehmer gestestet. Die Testpersonen mussten sich ein Telefonat anhören. Ein ziemlich langweiliges sogar. Denn sie bekamen nur von einer monoton klingenden Stimme die Namen von Personen vorgelesen, die auf eine fiktive Party gehen wollten. Dabei sollten sich die Probanden die Namen der Partygänger merken.
Maler sind konzentrierter
Die Testpersonen wurden bei der Untersuchung in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sollte nur aufmerksam zuhören während die andere während des Telefonats auf einem Papier Kästchen ausmalen sollte.
Überraschenderweise konnten sich die Kritzler deutlich mehr Namen merken als die, die dem Telefonat ihre volle Aufmerksamkeit widmeten. Die Quote der richtigen Namen war bei den Malern um 29 Prozent höher. Außerdem blieben ihnen auch andere Inhalte des Telefonats länger im Gedächtnis haften.
Wenn Sie also zu den Menschen gehören, die sich gestört fühlen, wenn Ihre Zuhörer bei einem Vortrag Männchen oder Blumen aufs Papier malen, brauchen Sie sich keine Gedanken machen. Erst wenn die ersten Schnarchgeräusche zu hören sind oder die Zuhörer mit verschiedenen Farben zu malen beginnen, dürfte die Aufmerksamkeit von Ihrem Vortrag abgelenkt sein.
Foto: hofschläger auf pixelio.de





