Wie Lebensmittel Medikamente beeinflussen
12. Mai 2010 von Riedel
Den meisten wird klar sein, dass man Antibiotika nicht unbedingt mit einem Glas Bier hinunterspülen sollte. Aber auch andere Lebensmittel wie Kaffee oder Eier können die Wirkungsweise bestimmter Medikamente beeinflussen.
Beim Einnehmen von Medikamenten kann man einige Fehler machen. Dabei muss es nicht unbedingt eine Über- oder Unterdosierung oder der falsche Zeitpunkt sein. Denn auch die Ernährung spielt eine Rolle, ob die Medikamente ihre volle Wirkung entfalten können. Wer bestimmte Medikamente mit den falschen Lebensmitteln zusammen einnimmt, kann diese Wirkung beeinflussen oder Nebenwirkungen verursachen.
Es gibt einige Nebenwirkungen von Medikamenten. So können Arzneien beispielsweise im Darm die Aufnahme von Calcium, Fluor oder Jod blockieren. Das ist weniger ein Problem, wenn man diese Arzneien nur kurzzeitig einnimmt. Über einen längeren Zeitraum kann allerdings eine Mangel an diesen Mineralien entstehen. Bei chronisch Kranken, die diese Medikamente ihr Leben lang einnehmen müssen, können Mangelerscheinungen entstehen.
Koffein und Medikamente
Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarztee oder Cola können verschiedene Medikamente beeinflussen – und umgekehrt. So können bestimmte Antibiotika (Gyrasehemmer) oder Magensäureblocker (Cimetidin) die Wirkung des Koffeins verstärken. Das kann zu Schlaflosigkeit, Herzrasen und innerer Unruhe führen. Umgekehrt verlangsamt Koffein den Abbau einiger Medikamente wie beispielsweise von Asthmamitteln (Theophyllin) oder Neuroleptika (Clozapin). In diesem Fall kann es zu Schläfrigkeit, Krämpfen oder sogar zu leichter Verwirrtheit kommen. Um diese Wechselwirkung zu vermeiden, sollte man rund 2 Stunden zwischen dem Koffeingenuss und der Einnahme der Medikamente verstreichen lassen.
Eiweiß und Depressionen
Wer unter Depressionen leidet und deswegen so genannte Nichtselektive Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) einnimmt, sollte auf eiweißhaltige Lebensmittel (z.B. Käse, Fischkonserven, Heringe, Dauerwurst) verzichten, wenn diese nicht mehr ganz frisch sind. Denn diese eiweißhaltigen Produkte können so genantes Tyramin enthalten. Unter Einfluss von MAO-Hemmer wird das Tyramin nicht mehr abgebaut, was zu erhöhtem Blutdruck bis hin zu Hirnblutungen führen kann.
Alkohol und Medikamente
Sofern man regelmäßig Arzneimittel einnimmt, sollte man auf Alkohol besser verzichten. Denn die Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten kann teils enorm sein. Alkohol verhindert den Abbau vieler Medikamente. Dadurch verstärkt sich die Wirkung beispielsweise von Beruhigungs-, Betäubungs- und Schlafmitteln, Blutdrucksenkern, Insulin und oralen Antidiabetika. Dadurch wird auch die Dosierung verfälscht und es kann zu großen Nebenwirkungen kommen, die den Rahmen hier sprengen würden.
Grapefruitsaft
Auch Grapefruitsaft kann eine enorme Auswirkung auf Medikamente haben. Denn die Flavanoide, die in der sauren Frucht enthalten sind, können die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen, indem sie bestimmte Enzyme hemmen, die eigentlich in der Leber die Medikamente abbauen sollen. So kann es unter anderem zu Bluthochdruck kommen.
Foto: Grace Winter auf pixelio.de





