Wieder mehr Fehlzeiten wegen psychischer Probleme
11. August 2010 von Riedel
Ob Fehlzeiten insgesamt jetzt zu- oder abnehmen, widersprechen sich verschiedene Studien. Eines jedoch ist sicher. Wie das Gesundheitsministerium (BMG) mitteilt, stiegen die psychisch bedingten Fehlzeiten um rund 40 Prozent.
Wer die Berichterstattung über Fehlzeiten am Arbeitsplatz in den Medien verfolgt, wird immer wieder auf widersprüchliche Beiträge stoßen. Während die einen über einen „historischen Tiefstand“ berichten, schreiben die anderen von einem Höchststand. Bei genauem Hinsehen, kommt es auf den Blickwinkel an, aus dem berichtet wird. Doch eines ist ein unwiderlegbarer Fakt: die Zahl der psychisch bedingten Fehlzeiten nimmt dramatisch zu.
Zumindest wenn man den Zahlen aus dem Gesundheitsministerium (BMG) Glauben schenken will. Dem Ministerium zu Folge stieg die Zahl der Beschäftigten, die sich im ersten Halbjahr 2010 krankschreiben ließen, im Vergleich zum Vorjahr von 3,24 Prozent auf 3,58 Prozent. Die Summe der Fehlzeiten entspricht ungefähr vier Arbeitstagen.
Haken an der Statistik
Allerdings hat die BMG-Statistik einen kleinen Haken. Denn sie gibt nur an wie viele GKV-Mitglieder am Monatsersten krank geschrieben waren. Ist der Erste des Monats ein Montag, ist der Krankenstand erfahrungsgemäß höher. Ist der Monatserste hingegen ein Sonn- oder Feiertag, ist der Krankenstand in der Regel geringer. Schließlich geht man an einem freien Tag nicht zum Arzt, um sich für den Feiertag krankschreiben zu lassen.
Psychische Fehlzeiten steigen
Auch wenn die BMG-Statistik keine klare Aussage über die gesamten Fehlstunden machen kann, ist nicht zu bestreiten, dass die Zahl der psychisch bedingten Fehlzeiten stark zunimmt. So spricht die Techniker Krankenkasse (TK) von einem Wachstum in den letzten 10 Jahren um rund 40 Prozent. Als Hauptursachen gelten laut TK veränderte Arbeitsbedingungen.
Auch für den ohnehin kleinen Geldbeutel der Krankenkassen haben die steigenden Krankenzahlen enorme Konsequenzen. So stiegen die Ausgaben für Krankengelder in den letzten 5 Jahren von 5,87 Mrd. € (2005) auf 7,24 Mrd. € (2009).
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