Zecken - So schützen Sie sich vor den kleinen Blutsaugern
13. Juli 2009 von Riedel
Wenn es Sommer wird und draußen die Temperaturen steigen, laden Wiesen und Wälder zum Spaziergang ein. Doch wenn es wärmer wird, bricht auch die Zeit der Zecken an. Überall, wo es grün ist, liegen leider auch die kleinen Blutsauger auf der Lauer. Der Blutverlust durch die Zecken ist leicht zu verkraften. Doch sind die Spinnentiere mit bestimmten Krankheitserregern infiziert, können sie teilweise lebensgefährliche Krankheiten übertragen.
Kleiner als ein Streichholzkopf
Zecken gehören mit ihren 8 Beinen zu den Spinnentieren. Weltweit gibt es ungefähr 900 verschiedene Arten, wobei in Mitteleuropa der „Gemeine Holzbock“, die am weitesten verbreitete Art ist. Solange die Zecken noch nicht mit Blut vollgesogen sind, sind sie nur rund 2,5 bis 4mm groß und damit kleiner als ein Streichholzkopf. Daher sind sie in der freien Natur auch nur sehr schwer zu entdecken.
Zecken ernähren sich vom Blut ihrer Opfer. Die Schildzecken, zu denen auch der gemeine Holzbock gehört, bevorzugen Säugetiere als Opfer. Dazu gehört neben Wild- und Haustieren auch der Mensch.
Gras statt Bäume
Zecken lieben feuchtwarmes Klima. Daher sind sie im Sommer besonders aktiv. Um zu ihrer Beute zu gelangen, lauern die Zecken am liebsten im hohen Gras. Wenn ein potentieller Blutspender vorbeistreift, lassen die Zecken das Gras los und klammern sich an ihrem neuen Wirt fest. Dass sich Zecken hingegen von hohen Bäumen auf ihre Opfer fallen lassen, kommt nur sehr selten vor.
Lebensgefahr durch Zeckenbiss
In der Regel sind Zeckenbisse harmlos. Der Blutverlust ist leicht zu verkraften. Aber wehe, eine Zecke ist mit bestimmten Krankheitserregern infiziert. Dann drohen Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die eine Hirnhautentzündung zur Folge haben kann oder die Infektionskrankheit Borreliose, die lebensgefährlich werden können. Insgesamt können weit über 50 teils gefährliche Krankheiten durch Zeckenbisse verursacht werden.
Gründlich untersuchen
Normalerweise dauert ein Saugvorgang der Zecke mehrere Tage. Je schneller man einen der Blutsauger entdeckt, desto weniger Zeit hat sie, die gefährlichen Erreger in den Körper ihres Wirts zu injizieren. Um sich und die Familie zu schützen, sollte man daher nach jedem Spaziergang durchs Gründe auf Zecken untersuchen.
Lange Kleidung schützt vor Zecken
Zecken siedeln sich gerne an warmen Körperstellen an, an denen die Haut dünn ist. Suchen Sie Ellenbeugen, Kniekehlen, am Hals, Kopf und in der Leiste besonders gründlich ab. Auf heller Kleidung sieht man die kleinen Sauger schnell. Vermeiden Sie im Sommer hohes Gras und schmieren Sie sich mit Insektenmitteln ein. Das hält die Zecken ab. Mit langer Kleidung haben Zecken weniger Chancen, auf die Haut zu kommen. Und wenn Sie durch hohes Gras gehen, krempeln Sie die Socken über die Hosenbeine. Denn Zecken siedeln sich im Gras an und haben so keine Haut, an der sie sich festsaugen können.
Keine Hausmittel
Wenn Sie eine Zecke entdecken, verzichten Sie auf alte Hausmittel wie Klebstoff oder Öl auf die Zecke zu schmieren. Zwar stirbt das Tier, sie hat aber noch genug Zeit, ihr Sekret in die Blutbahn zu injizieren. Und im Angesicht des nahenden Todes spritzt eine Zecke viel mehr als sonst in ihr Opfer.
Nicht drehen
Zecken haben in ihrem Gebiss Widerhaken. Daher sind sie nur schwer zu entfernen. Verwenden Sie auf jeden Fall eine Zeckenzange, um das Tier zu entfernen. Packen Sie es so weit an der Haut wie es geht und ziehen Sie es heraus. Die Zeckenzange zu drehen ist die falsche Methode. Zecken haben kein Gewinde wie eine Schraube. Außerdem kann es passieren, dass der Kopf vom Körper getrennt wird und weiter Sekret absondern kann. Besser ist es, den Hausarzt die Zecke entfernen zu lassen. Der kann auch direkt feststellen, wie gut Sie gegen die drohenden Krankheiten geschützt sind.
Wirklich schützen kann man sich vor Zecken nicht. Aber wer sich rechtzeitig gegen die schlimmsten Krankheiten impfen lässt, kann dem Biss seine Gefahr nehmen.
Foto: by-sassi auf pixelio.de





