Die Wampe muss weg
15. Januar 2009 von Riedel
Plautze, Wampe oder Kessel. Für einen dicken Bauch haben wir viele Namen. Und so manch ein Bierbauchträger klopft sich stolz auf seinen Frontspoiler, weil er weiß, dass der eine Menge Geld gekostet hat. Eine Kugel ist aber nicht nur wenig attraktiv, sie kann auch gefährlich sein. Denn vor allem das Bauchfett birgt viele gesundheitliche Risiken.
Ein dicker Bauch ist schlimmer als dicke Beine
Vor allem neigen Menschen mit dickem Bauch dazu, einen Herzinfarkt oder Diabetes Typ 2 zu bekommen. Dabei sind vor allem die Menschen betroffen, bei denen sich in der Körpermitte zu viel Fett ansammelt. Denn Bauchfett ist schädlicher als Polster an Beinen oder der Hüfte. „Schon seit einigen Jahren wissen Forscher, dass der Bauchumfang entscheidend ist“, betont Martin Halle, Professor für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin an der Technischen Universität München gegenüber Focus.de. Darum empfiehlt das US-amerikanische National Institutes of Health unbedingt auf den Bauchumfang zu achten: Männer sollten nicht mehr als 102 Zentimeter und Frauen nicht mehr als 88 Zentimeter ausweisen.
Bauchfett sendet mehr Botenstoffe
Bei der Entstehung von Krankheiten spielt vor allem das Bauchfett, das auch viszerales Fett genannt wird, eine große Rolle. Denn dieses Fett produziert bestimmte Botenstoffe. Diese Botenstoffe wirken wie dauerhafte Entzündungen und können verschiedene Immunreaktionen hervorrufen. Die Forscher sind zwar erst dabei, diese Botenmoleküle genau zu entschlüsseln, doch bereits jetzt ist bekannt, dass Fett, das sich an anderen Stellen im Körper ablagert, weniger dieser Stoffe produziert und somit weniger Immunreaktionen verursachen.
Auch Dünne können viel Bauchfett haben
Das Problem beim Bauchfett ist, dass auch dünne Menschen ohne es zu wissen, eine größere Menge des viszeralen Fetts haben können. Denn die Zellen setzen sich zuerst zwischen den Organen ab, ohne dass man sie von außen sehen kann. Erst wenn zwischen den Organen kein Platz mehr ist, lagern sie sich weiter außen ab. Darum bringt es auch nichts, sich Fett absaugen zu lassen, weil man nicht an die Zellen kommt, die zwischen den Organen liegen.
Die Liste der Krankheiten ist lang
Die schwarze Liste der Krankheiten, die durch Bauchfett verursacht werden können, ist lang und liest sich für Internisten wie ein Horrorroman: das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck oder Arteriosklerose nimmt deutlich zu. Dazu treten 84 Prozent der Diabetes 2 Fälle bei Männern auf, die mehr als 94 Zentimeter Taillenumfang haben. Weiterin haben Menschen mit viel Bauchfett häufiger Thrombose, Alzheimer und auch das Krebsrisiko ist erhöht.
Die einzige Lösung: Abnehmen
Wenn also auch Absaugen nichts hilft, gibt es nur eine Lösung, um Fett abzubauen. Und die heißt Abnehmen. Bei stark Übergewichtigen verbessern schon wenige Kilos die Blutwerte deutlich. Denn laut Adipositas-Experte Manfred Müller greift der Körper beim Abnehmen zuerst auf das krankmachende Bauchfett zurück. Die Werte verbessern sich, obwohl man nach außen hin nichts sehen kann, sagt Müller.
Es gibt keine Bauch-weg-Diät
Eine spezielle Bauch-weg-Diät gibt es leider nicht, denn niemand kann bestimmen, an welcher Stelle der Körper zuerst Fett abbaut. Aber wenn viszerales Fett als Erstes vom Körper abgebaut wird, ist das schon ein guter Grund, mit Sport und Bewegung anzufangen. Denn das reduziert den Anteil an gefährlichem Fett immer noch am deutlichsten.
Foto: Didi01 auf pixelio.de






