Fitnessmythen aufgedeckt: Wer mehr schwitzt ist schlecht trainiert
11. März 2010 von Riedel
Einige Menschen treiben keinen Sport, weil sie nicht gerne schwitzen. Aber die Transpiration kann man nicht verhindern, wenn man sich sportlich betätigt. Schwitzen gehört nun einmal zum Sport wie Hunger zu einer Diät. Es ist unangenehm aber unvermeidlich. Dabei schwitzt nicht jeder Mensch gleich schnell und gleich viel. Häufig besteht der Mythos, dass schlecht trainierte Menschen schneller schwitzen. Aber stimmt das auch?
Warum schwitzt man beim Sport
Wer trainiert, regt den Kreislauf an. Dadurch entsteht im Körper Wärme, die der Organismus wieder ausgleichen muss. Das körpereigene Kühlsystem ist Schwitzen. Durch das austretende Wasser entsteht – vereinfacht gesagt – Verdunstungskälte, die den Körper wieder auf eine normale Temperatur herunterreguliert und vor Überhitzung schützt. Würde der Körper zu warm werden, würden wichtige Proteine und Aminosäuren zerstört. Daher schwitzt man gerade bei intensiven Sporteinheiten, bei denen auch viel Wärme entsteht, schnell. Ein 70 Kilogramm schwerer Mann kann beispielsweise in einer Stunde bis zu zwei Liter Schweiß abgeben.
Kann man schwitzen trainieren?
Soweit so gut. Der Körper passt sich aber an bestimmte Verhaltensmuster an. Wenn man regelmäßig Krafttraining macht, wachsen die Muskeln. Geht man laufen, verbessert sich die Ausdauer. Und auch das Kühlsystem wird durch Training optimiert. Während bei einem untrainierten Menschen die Schweißdrüsen nur langsam in Fahrt kommen, wissen sie bei einem gut trainierten Sportler schon kurz nach Trainingsbeginn, dass sie bald anfangen müssen, auf Hochtouren zu arbeiten, damit der Körper ausreichend gekühlt wird. Daher starten sie früher mit ihrer Tätigkeit.
Trainierte schwitzen schneller
Trainierte Sportler schwitzen also eher schneller. Aber dafür effizienter. Denn trainierte Schweißdrüsen können die Menge des Wassers besser einschätzen und geben nicht zu viel Flüssigkeit und dadurch weniger Mineralien ab. Man bleibt länger leistungsstark. Das Kühlungssystem funktioniert bei Sportlern also besser und effektiver. Da man schneller beginnt zu schwitzen, steigt die Körpertemperatur auch später und langsamer an.
Allerdings spielen auch viele individuelle Faktoren eine Rolle, wie schnell und wie viel man schwitzt. Der Mythos, dass untrainierte Menschen schneller schwitzen, kann aber getrost ins Reich der Legenden verwiesen werden. Und schwitzen darf auch kein Grund sein, keinen Sport zu treiben. Denn jeder schwitzt beim Sport.






