Musik verbessert die Ausdauer
10. November 2008 von Riedel
Viele Sportler, die Laufen oder Radfahren gehen, wollen ihre Ausdauer verbessern. Gegen die Langeweile, die bei einem längeren Training aufkommt, nehmen viele Jogger ihren MP3-Player oder den iPod mit zum Sport. Die Musik hilft aber nicht nur gegen die Langeweile, wer beim Sport Musik hört, verbessert auch seine Ausdauer.
Der richtige Rhythmus
Das Akustik-Doping funktioniert aber nur, wenn man die richtigen Rhythmen im Ohr hat. Das hat der Sportwissenschaftler Costas Karageorghis von der Londoner Brunel-Universität jetzt herausgefunden. Der richtige Rhythmus reicht schon aus, um nachweislich messbar mehr Leistung zu erbringen. Die richtige Musik hat aber noch einen weiteren Vorteil: Auch wenn der Sportler an seine Leistungsgrenze gestoßen ist, fühlt er die Anstrengung und die Erschöpfung weniger.
Madonna und die Red Hot Chili Peppers
Bei der Untersuchung mussten 30 Freiwillige auf einem Laufband trainieren. Dabei wurden ihnen verschiedene Musikstücke aus unterschiedlichen Musikrichtungen vorgespielt. Die Versuchpersonen trainierten beispielsweise zu Queen, Madonna oder den Red Hot Chili Peppers. Der Rhythmus der Songs war dabei so gewählt, dass er ungefähr einem beim Training zu erwartenden Puls entsprach. Die Probanden bekamen bei einigen Versuchen die Anweisung, ihr Lauftempo dem Musikrhythmus anzupassen. Bei anderen Versuchen sollten sie unabhängig von der Musik trainieren. Der Forscher hat dabei herausgefunden, dass ein Rhythmus von 120 bis 140 Schlägen pro Minute für die Sportler optimal ist. Wenn die Testpersonen sich diesem Rhythmus angepasst hatten, konnten sie bis zu 15 Prozent mehr Leistung erbringen. Gleichzeitig empfanden sie die Belastung weniger anstrengend, als wenn sie ohne musikalische Begleitung trainierten.
Musik-Doping verbessert die Leistung
Für Karageorghis kann die Musik gerade bei Bewegungstherapien eingesetzt werden. Bei Menschen, die in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder bei Übergewichtigen könnte Musik die Motivation und die Leistung der Patienten deutlich vergrößern. Natürlich profitieren auch Hobbysportler von der Erkenntnis, da sie ihre Leistung durch das Musik-Doping verbessern können. Bei einem Großversuch mit 12.500 Teilnehmern an einem Londoner Halbmarathon will der Wissenschaftler nun seine Ergebnisse in der Praxis testen.
Foto: geralt auf pixelio.de