Depressionen durch die Arbeit
13. August 2010 von Riedel
Stress bei der Arbeit kann der Psyche ganz schön zu schaffen machen und für große Probleme sorgen. Wer im Job eine dauerhaft hohe Arbeitsbelastung hat, hat ein deutlich erhöhtes Depressions-Risiko. Das ergab eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz.
Das Telefon klingelt, Mails möchten bearbeitet werden und der Chef steht hinter einem und wartet auf ein Vier-Augen-Gespräch. Wer dauerhaft Druck bei der Arbeit hat und einer hohen Arbeitsdichte ausgesetzt ist, wird schnell depressiv. Wenn die Arbeit eintönig ist und wenig Platz für Handlungsspielraum lässt, hat das aber keine Einfluss auf das Depressions-Risiko. Dies sind die Hauptergebnisse einer aktuellen Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Im Gegensatz zu alten Untersuchungen berücksichtigt die aktuelle Studie keine subjektiven Empfindungen der Arbeitnehmer, sondern bewertet objektiv die Arbeitssituation. Dadurch gibt sie auch Arbeitgebern einen Anhaltspunkt über die psychische Belastung ihrer Angestellten. So können sie psychische Krankheiten besser vorbeugen, berichtet die Bundesanstalt.
Bei der Studie wurden 517 deutsche Beschäftigte aus den Branchen Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen und dem Öffentlichen Dienst genauer unter die Lupe genommen. Die Wissenschaftler beurteilten bei den Angestellten die Arbeitsbelastung und den Handlungsspielraum bei ihrer Tätigkeit. Zudem mussten die Studienteilnehmer ein standardisiertes klinisches Interview durchführen und wurden in einem Screening auf Depressionen und depressive Verstimmungen untersucht.
Die objektive Beurteilung nach arbeitswissenschaftlichen Kriterien sollte gewährleisten, dass das Studienergebnis nicht verfälscht wird: Bei Studien, die sich ausschließlich auf Aussagen der Arbeitnehmer stützen, besteht die Gefahr, dass die Befragten aufgrund anderer Ursachen bereits an depressiven Verstimmungen oder Depressionen leiden und dies auf ihre Arbeitssituation schieben.
Seit Jahren nehmen Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen stetig zu und kosten die Wirtschaft jährlich mehrere Milliarden Euro. Besonders auffällig: Die Krankentage aufgrund von Depressionen und ähnlichen Störungen steigen trotz der zunehmenden Angst der Angestellten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes – also in einer Situation, in der sich viele Menschen die Regenerationszeit bei physischen Erkrankungen versagen und trotzdem zur Arbeit gehen.
Um die Arbeitnehmer zu schützen, lohnt es sich also, den Druck im Job nicht allzuhoch werden zu lassen.
Foto: steff74 auf pixelio.de





