Downshifting – weniger ist oft viel mehr
18. Februar 2009 von Riedel
Stress, Hektik, Druck – bei vielen leidet die Psyche extrem unter dem Arbeitsalltag. Versagen oder Nachlassen ist nicht erlaubt. Eine immer häufigere Folge ist das Burnout-Syndrom. Dann ist erst einmal Schluss mit Arbeiten. Wer allerdings rechtzeitig einen Gang herunter schaltet, kann sich vor dem Burnout schützen. Downshifting heißt der neue Trend für gestresste Workaholics.
Ein Vorbild für gestresste Manager kann Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sein. Er verzichtet auf sein stressiges Amt als deutscher Wirtschaftsboss und ist zukünftig „nur“ noch einfaches Mitglied im Bundestag. Einen gut bezahlten, verantwortungsvollen aber auch arbeitsintensiven Job aufzugeben, dafür aber mehr Zeit zur Erholung zu haben, bezeichnen die Amerikaner als Downshifting (dt. herunterschalten). Dadurch verzichtet man auf Geld, hat dafür mehr Freizeit und gönnt seiner gestressten Psyche eine Ruhepause.
Downshifting - nicht nur was für Manager
Downshifting kann jeder. Vom Top-Manager bis zur Sekretärin kann jeder einen Gang herunter schalten. Denn jeder Berufstätige, der sich mehr Arbeit auflädt, als er bewältigen kann, ist auch vom Burnout und anderen Berufskrankheiten bedroht. Je unzufriedener man mit seinem Job ist, desto eher fühlt man sich gestresst und fragt sich, ob die Arbeit die Anstrengung überhaupt wert ist.
Weniger ist mehr
Wer es sich leisten kann, kann ein Jahr Pause machen, um die Akkus wieder aufzuladen. Doch leider hat nicht jeder den finanziellen Spielraum dafür. Außerdem ist es schwer, wieder einen Job zu finden. Nach der Pause fällt man schnell wieder in den alten Hektik-Stress-Kreislauf zurück. Besser, man lädt sich nicht zu viel auf.
Geld vs. Wohlbefinden
Wer seine Psyche entlasten will, hat mehrere Möglichkeiten. Man muss Verantwortung abgeben oder die Arbeitszeit verkürzen, um mehr Zeit für sich selber zu haben. Bevor man aber freiwillig weniger arbeitet, muss man sich diesen Schritt genau überlegen. Denn meistens sind auch finanzielle Einbußen damit verbunden. Downshifting muss man sich leisten können.
Jeder hat das Recht auf Downshifting
Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung. Vorausgesetzt, er ist bereits sechs Monate in der Firma und die Firma hat mehr als 15 Angestellte. Allerdings kann der Chef einen entsprechenden Antrag aus betrieblichen Gründen ablehnen. Bevor man eine Reduzierung der Arbeitszeit beantragt, sollte man sich diesen Schritt gut überlegen. Denn einmal verkürzt, haben Sie kein Anrecht auf eine erneute Vollzeitstelle.
Downshifting in der Freizeit
Statt im Beruf kürzer zu treten, kann man Downshifting auch in seiner Freizeit betreiben. Gerade das Wochenende kann zum Entspannen genutzt werden. Streichen Sie Termine, lassen Sie den Computer aus und machen Sie das, worauf Sie Lust haben. Wer Sonntags noch sein Netzwerk pflegt, Mittags bei den Schwiegereltern zum Kaffee trinken geht und abends noch im Theater ist, kann nicht entspannen. Aber ein oder zwei Tage Pause braucht jeder, damit man nicht irgendwann ausbrennt und Downshifting wirklich nötig hat.
Foto: geralt auf pixelio.de






