Warum Frauen leichter frieren
27. Januar 2010 von Riedel
Es soll ja einige Männer geben, die sich darüber amüsieren, dass ihre Frauen gerade jetzt im Winter immer dicker eingepackt sind, weil sie angeblich frieren. Dabei haben sie keinen Grund dafür. Denn es gibt anatomische Gründe, warum Frauen kälteempfindlicher sind.
Getrennte Büros?
Sich im Büro auf eine Temperatur zu einigen, ist momentan nicht einfach. Den Frauen ist es meist zu kalt, den Männern tendenziell eher zu warm. Um größere Streitigkeiten wegen dem Raumklima zu vermeiden, müsste man Männer und Frauen eigentlich in getrennten Büros unterbringen. Denn Frauen frieren schneller als Männer.
Anatomische Gründe
Das Problem ist grundlegend die unterschiedliche Körperzusammensetzung von Männern und Frauen. Der männliche Körper besteht durchschnittlich aus mehr Muskeln als Fett. Statistisch gesehen hat jeder Mann 40 Prozent Muskeln und 15 Prozent Fett. Von Ausnahmen natürlich abgesehen. Frauen hingegen besitzen durchschnittlich 25 Prozent und 25 Prozent Muskeln.
Vorteile der Muskeln
Soweit so gut. Muskeln sind für die Wärmeregulation wichtig. Sie zählen zu der metabolisch aktiven Körpermasse. Sie sind stark durchblutet und fungieren so als eine Art körpereigener Heizung. Je mehr Muskeln, desto besser funktioniert diese Heizung. Männer haben hier einen Wärme-Vorteil.
Was ist mit Fett
Fett gilt allgemein als Isolator, der vor Kälte schützt. Das gelingt zwar einigermaßen, das Fett kann zwar Wärme behalten, im Gegensatz zu Muskeln aber nicht erzeugen. Da Frauen weniger Muskelmasse haben, wurde ihnen von der Natur aus dafür ein höherer Fettanteil gegeben. Doch das Mehr an Fett steht in krassem Gegensatz zum schlanken Schönheitsideal. Durch das Streben nach einem schlanken Körper, berauben sich viele Frauen ihrer natürlichen Isolationsschicht.
Eine dünne Haut
Ein weiterer Grund, warum Frauen leichter frieren, liegt in der Haut. Die ist deutlich dünner als beim Mann. Die Kälte kommt also leichter in den Körper und kühlt diesen schneller aus. Im Schnitt ist die Haut des Mannes 15 Prozent dicker als die der Frauen. Droht nun ein Wärmeverlust, ziehen sich die Gefäße zusammen und die Haut wird schlechter durchblutet. Bei dünner Haut ist das einfacher als bei dicker. Dadurch wird bei Frauen die Haut schnell zwei bis drei Grad Kälter als beim Mann. Dadurch ist auch das weibliche Kälteempfinden im Körper größer. Frauen ist also schneller kalt.
Die weibliche Kleidung
Frauen neigen dazu, sich eher körperbetont anzuziehen oder tragen knappe Kleidung. Warum einem bei Minustemperaturen im Minirock oder beim bauchfreien Oberteil schnell kalt wird, liegt auf der Hand. Aber auch enge Kleidung kühlt aus, weil keine Luft zwischen Kleidung und Haut gelangen kann. Bei weiteren Klamotten kann sich die Luft zwischen Stoff und Haut erwärmen und so als zusätzlicher Kältepuffer funktionieren. Je enger die Kleidung, desto schneller wird einem kalt.
Es gibt also gute Gründe, warum Frauen leichter frieren. Das kann man bei der nächsten Wärmediskussion ruhig berücksichtigen.
Foto: julilo auf pixelio.de




