Aus der Gerüchteküche: dunkles Brot ist gesünder
7. Oktober 2009 von Riedel
Wer sich gesund ernähren möchte, kauft lieber dunkles Brot. Denn vom Weißbrot weiß man ja, dass es minderwertige Kohlenhydrate enthält. Aber nur weil einige Brotsorten dunkler sind, heißt das nicht, dass sie automatisch auch gesünder sind.
Gefärbtes Brot
Nur weil ein Brot dunkler ist, heißt das nicht, dass es auch gesünder ist. Tatsächlich kann es sogar mehr Zucker enthalten, als beispielsweise Grau- oder Mischbrot. Dafür sind die Produzenten verantwortlich, die sich den guten Ruf von Schwarzbrot zu nutze machen. Sie färben das Brot mit Zuckercouleur dunkel ein und verpassen ihrem Produkt ein gesünderes Image. Und auch Körner auf der Kruste sehen zwar gesund aus, Auskunft über die wirklichen Inhaltsstoffe geben sie aber nicht.
So erkennt man gesundes Brot
Das wirklich gesunde Brot hat einen hohen Anteil an Vollkorn oder Vollkornschrot. Nur dann enthält es auch viele wichtige Vitamine und Ballaststoffe. Im Gegensatz dazu besteht Weißbrot überwiegend aus ausgemahlenem Mehl. Bei diesem Mehl wurden die äußeren Schichten der Getreidekörner entfernt. Dabei werden dem Mehl auch viele Vitamine und Ballaststoffe entzogen. Wer sich also gesund ernähren will, sollte auf Brote mit einem hohen Anteil von Vollkorn oder Vollkornschrot achten.
Der Schein trügt
Nur auf die Farbe oder auf äußere Körner zu achten hilft nicht, wenn man ein gesundes Brot kaufen möchte. Denn weder die Farbe noch die Zahl der Körner auf der Kruste können Auskunft über die Inhaltstoffe geben. So kann ein dunkles Roggenbrot aus ausgemahlenem Mehl deutlich mehr Zucker enthalten als ein vergleichsweise helles Grahambrot aus Weizenvollkorn. Wer im Supermarkt sein Brot kauft, sollte auf den Aufdruck „Vollkornbrot“ achten. Denn nur Brote mit einem Anteil von mindestens 90 Prozent Vollkorn oder Vollkornschrot, darf sich auch mit dieser Bezeichnung schmücken. Beim Bäcker kann man einfach nach einem hochwertigen Vollkornbrot fragen.
Namen sind Schall und Rauch
Eine andere Möglichkeit, dem Brot einen gesunden Eindruck zu geben, ist der Namen des Brotes. Hier überschlagen sich einige Hersteller mit ihrer Kreativität. Sie nennen ihre Produkte „Dreikornbrot“, „Weltmeisterbrot“ oder „Bergsteigerbrot“. Mit ein paar zusätzlichen Körnern auf der Kruste machen sie den Anschein, als wären sie super-gesund. Aber auch hier hilft wieder der Blick auf die Verpackung. Sofern „Vollkorn“ oder „Vollkornschrot“ nicht die ersten Zutaten auf der Liste sind, ist das Brot nicht so gesund, wie es vielleicht aussieht. Im Zweifel sollte man ab und zu die Brotsorte wechseln. Das gibt eine geschmackliche Abwechslung und man kann sicher sein, dass man verschiedene Nährstoffe zu sich nimmt.
Bäcker oder Supermarkt
Letztendlich kann man sich fragen, ob man das Brot besser im Supermarkt oder beim Bäcker kaufen sollte. Eine klare Auskunft kann man da nicht geben, da auch abgepacktes Brot aus dem Discounter wertvolles Vollkorn enthalten kann. Das abgepackte Brot darf zwar Konservierungsstoffe enthalten, die meisten Hersteller verzichten aber darauf. Wie immer lohnt sich der Blick auf die Inhaltsstoffe. Beim abgepackten Brot muss man aber mindestens auf die knusprige Kruste verzichten. Letztendlich ist es eine Frage des Geschmacks (und des Geldbeutels) ob man im Supermarkt oder beim Bäcker kauft, solange man zum Vollkornbrot greift.
Foto: Schemmi auf www.pixelio.de






Ich finde, das Brot sollte nicht nur einen hohen Anteil an Vollkorn haben, sondern es sollte ausschließlich Vollkornmehl verwendet werden.
Leider schaffen es viele Bäcker aber immer noch nicht, ein richtig gutes Vollkornbrot zu backen, eben habe ich wieder eins angeschnitten, das viel zu feucht und klebrig ist.
Danke für den informativen Beitrag.
Habe jedoch eine Frage: Wie stelle ich fest ob das Brot vom Bäcker gesund ist? Da die wenigsten Bäcker heutzutage überhaupt noch Ihr eigenes Brot backen und die meisten an der Theke Laien beschäftigen ist es nicht ganz einfach dort auskunft zu bekommen. Habe mich bisher auch immer auf die “Optik” verlassen, aber das war offensichtlich ein Fehler…
Sich auf die Optik zu verlassen, ist leider nicht das richtige. Es kann helfen, auf den Namen des Brotes zu schauen. Denn nur wenn es mindestens zu 90 Prozent aus Vollkorn oder Vollkornschrot besteht, darf es auch “Vollkorn” heißen. Die abgepackten Supermarkt-Produkte haben zumindest eine genaue Zutatenliste. Da hilft es, einfach einmal genau draufzuschauen.
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