Aus der Gerüchteküche: Karotten sind gut für die Augen
19. August 2009 von Riedel
Wenn Mütter ihre Kinder dazu ermutigen wollen, Gemüse zu essen, greifen sie gerne auf alte Ernährungsweisheiten zurück. Zu den ältesten Ernährungsmythen zählt, dass Karotten gut für die Augen sein sollen. Aber stimmt das wirklich?
Wahrscheinlich hat jeder schon einmal gehört, dass Karotten gut für die Augen sein sollen. An dieser Stelle möchte ich mir den Witz ersparen, dass man ja nur selten einen Hasen beim Optiker trifft. Wenn es stimmen würde, dass Möhren die Sicht schärfen, müssten sich sämtliche Brillenträge von Karotten ernähren, um auf ihre Sehhilfen verzichten zu können.
Karotten, Äpfel, Blumenkohl
Ein Brillenträger, der auf die Augengläser verzichten will, muss leider den 15kg-Sack Möhren wieder zurück zum Bauer bringen. Selbiges gilt auch für die Fraktion der Träger von Kontaktlinsen.
Woher stammt das Gerücht
Es stellt sich natürlich die Frage, wie der Ernährungsmythos entstanden ist. Schuld daran, dass Kinder Jahrzehnte lang zum Karotten essen gezwungen werden, ist das Beta-Carotin. Dies ist eine Vorstufe von Vitamin A, was gut für die Augen sein soll. Allerdings gibt es dabei ein Probleme.
Fett und Möhren
Aus rohen Möhren kann der Organismus das Beta-Carotin nicht herauslösen. Denn um an den Pflanzenstoff zu kommen, benötigt der Körper Fett, da Vitamin A und dessen Vorstufen zu den fettlöslichen Vitaminen zählt. Um an das Beta-Carotin dran zu kommen, muss man die Karotten mit etwas Fett oder Öl zu sich nehmen. Denn nur dann kann der Körper das Beta-Carotin aufnehmen und in Vitamin A umwandeln.
Gegen Nachtblindheit
Noch ist nicht wirklich ausreichend erforscht, welche Nährstoffe gut für die Augen sind. Sicher ist aber, dass Vitamin A eine Rolle spielt. Es soll beispielsweise gegen Nachtblindheit helfen, verbessert aber am Tag nicht die Sehschärfe.
Augen-Probleme bei Vitmainmangel
Die Augen leiden, wenn man einen Vitamin A-Mangel hat. Dabei können die Augen austrocknen. Auf der Bindehaut können Flecken auftreten und oft bekommt man einen Juckreiz. Im schlimmsten Fall löst sich die Netzhaut ab und der Betroffene erblindet. Ein Mangel an Vitamin A ist übrigens für 30 Prozent der Erblindungen bei Kindern verantwortlich. Doch dies ist eigentlich nur in den Ländern der Dritten Welt problematisch. In Europa ist ein Vitamin A-Mangel sehr selten.
Fazit
Insgesamt kann man feststellen, dass Karotten nicht gut, aber auch nicht schlecht für die Augen sind. Allerdings kann man ruhig die eine oder andere Möhre knabbern. Denn sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, die der Körper braucht.
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