Weniger fernsehen, besser abnehmen
28. Januar 2010 von Riedel
Es ist wie die Frage nach dem Ei und der Henne. Sehen wir viel fern, weil wir keine Lust auf Sport haben oder treiben viele keinen Sport, weil sie lieber fernsehen. Doch was auch immer der Grund ist, warum wir viel fernsehen. Wer weniger vor der Glotze liegt, nimmt eher ab.
Keine Motivation zum Sport
Es fällt vielen Übergewichtigen schwer, sich zum Sport zu motivieren. Da helfen gut gemeinte Ratschläge oder ärztliche Anweisungen höchstens kurzzeitig. Vielleicht ist das auch gar nicht notwendig. Es kann schon helfen, weniger fernzusehen, damit man abnimmt. Das Problem ist nicht der Fernseher an sich. Vielmehr bewegen wir uns nicht, wenn wir vor der Glotze liegen. Wer weniger fernsieht, bewegt sich automatisch auch mehr.
5 Stunden TV am Tag
Eine US-Studie aus Palo Alto in Kalifornien hat herausgefunden, wie sich weniger fernsehen auf das Gewicht auswirkt. Zunächst wurde drei Wochen lang bei 40 übergewichtigen Probanden, die einen durchschnittlichen BMI von 32 hatten, der Kalorienkonsum, der Kalorienbedarf und der Fernsehkonsum ermittelt. Vor dem eigentlichen Test bekamen die Probanden ein Armband, das die körperliche Aktivität und damit auch den zusätzlichen Kalorienverbrauch aufzeichnet. Die Versuchspersonen mussten zusätzlich ihre Kalorienaufnahme dokumentieren. Zudem wurde am Fernseher ein spezielles Gerät angebracht, das die Zeit gemessen hat, die jeder Versuchsteilnehmer vor der Glotze verbracht hat. Laut Messgerät schauten die Probanden in der ersten Testphase rund 5 Stunden am Tag fern.
Die Testbedingungen
In der zweiten Phase des Tests sollte die eine Hälfte der Teilnehmer den Fernsehkonsum um die Hälfte reduzieren. Das Gerät sorgte dafür, dass die Zeit eingehalten wurde, indem es den Fernseher automatisch nach Ablauf der erlaubten Fernsehzeit abschaltete. Die Kontrollgruppe durfte weiterhin nach Lust und Laune fernsehen.
244 Kalorien weniger am Tag
Das Ergebnis zeigte deutlich, dass sich die Zeit vor dem Fernseher negativ aus das Gewicht auswirkt. Die Testgruppe schaute im Schnitt drei Stunden weniger fern, aber auch bei der Kontrollgruppe nahm die durchschnittliche TV-Zeit um 45 Minuten pro Tag ab. Die Wenig-Schauer aßen weniger (ca. 125kcal pro Tag), verbrauchten mehr Kalorien (119kcal) und hatten so im Schnitt jeden Tag 244kcal weniger in der Energiebilanz. Dies machte sich auch uf der Waage bemerkbar. Pro Woche nahm jeder Teilnehmer aus der Testgruppe 700 Gramm ab. Das waren in einem Monat fast 4kg. In der Kontrollgruppe konnten die Wissenschaftler keine Veränderungen feststellen.
Mehr Bewegung, weniger Snacks
Obwohl die Testdauer nur kurz und die Teilnehmerzahl sehr klein war, war der Vorteil einer Reduzierung der TV-Zeit doch deutlich. Und die Gründe liegen auch auf der Hand. Denn wer weniger vor dem TV liegt, bewegt sich mehr und greift auch seltener zu den typischen, kalorienreichen Fernsehsnacks.
Foto: Claudia35 auf pixelio.de





